Die Ohrakupunktur, auch Aurikulotherapie / Aurikulomedizin genannt, ist eine Sonderform der Akupunktur.
Erste schriftliche Erwähnung findet man im Nei Jing (Der gelbe Kaiser, Grundlagenwerk der TCM) und bei Hippokrates. Im Westen wurde vom 17. bis zum 19. Jahrhundert mehrmals von Heilerfolgen durch Behandlungen am Ohr berichtet. In den 50er Jahren entdeckte der französische Arzt Dr. Paul Nogier die Therapieform zufällig. Nogier bemerkte bei mehreren seiner Patienten kleine Brandnarben an einem bestimmten Punkt am Ohr. Die Patienten erzählten von einer Heilerin in Marseille, welche diese Stelle am Ohr mit einer glühende Nadel behandelte, um Ischialgien zu heilen. Und tatsächlich verschwanden die hartnäckigen Schmerzen. Nogier forschte weiter und fand heraus, dass der ganze Körper und alle Organe als Reflexpunkte in der Ohrmuschel abgebildet sind. Mit diesen Erkenntnissen entwickelte er schlussendlich die Ohrkarte. Das Bild, eines auf dem Kopf liegenden Embryos, hat noch heute seine Gültigkeit.
Die Untersuchung der Ohrreflexzonen ermöglicht eine Aussage darüber, wo Schmerzen bestehen oder welche Organe des Körpers bei unklaren Beschwerden betroffen sind. Ausserdem können sogenannte Störherde ausfindig gemacht werden. Störherde schmerzen oft nicht und haben mit dem eigentlichen Krankheitsgeschehen nichts zu tun. Sie können den Körper aber dauerhaft belasten und schwächen, und sind nicht selten Ursache, dass eine bestehende Krankheit nicht auf die üblichen Therapien reagiert.
Wenn also jemand an Schulterschmerzen leidet, reagiert der Schulterpunkt am Ohr. Wird nun dieser Punkt mit einer Nadel gereizt, werden via Hirn, spezifische Heilreize zur Schulter gesendet und Selbstheilungskräfte aktiviert.
Die Ohrakupunktur kann bei vielen Erkrankungen eingesetzt werden und gilt als besonders wirksam bei Schmerzzuständen.
Die Untersuchung am Ohr erfolgt mit dem
Agiscop (misst den elektrischen Widerstand)
Drucktaster (Druckempfindlichkeit pathologischer Punkte am Ohr)
Pulsdiagnostik
Die Behandlung am Ohr erfolgt mittels
Ohrakupnkturnadeln (sind kürzer und feiner als Körperakupunkturnadeln)
Dauernadeln (verbleiben mehrere Tage im Ohr)
Elektroimpulsen
Rosmarie Wüst
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